10.9.21

Trotz Morbus Crohn mit gutem Bauchgefühl leben

Morbus Crohn gehört in die Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und unterscheidet sich von Colitis ulcerosa oft sehr schwer. Allerdings kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt, von der Mundhöhle bis zum After, betreffen, während Colitis ulcerosa nur den Dickdarm betrifft.  In der Regel sind aber vor allem der letzte Dünndarmabschnitt und alle Teile des Dickdarms von entzündlichen Prozessen betroffen. Die chronische Erkrankung, die zum heutigen Zeitpunkt nicht heilbar ist, tritt in Schüben mit teils blutigen Durchfällen und Schmerzen auf. Dabei ist vor allem der rechte untere Bauchbereich betroffen. Folglich wird Morbus Crohn gerade im Anfangsstadium mit einer akuten Blinddarmentzündung verwechselt.

Welche Beschwerden verursacht Morbus Crohn und wie bekämpfst Du diese?

Betrachtet man die Gesellschaft leiden von 100.000 Personen schätzungsweise 120 bis 200 Menschen, meist junge Erwachsene im Alter zwischen20 und 30 Jahren, an dem Krankheitsbild Morbus Crohn. Nach beschwerdefreien Phasen führen die in Schüben auftretenden Entzündungen im Verdauungstrakt zu extremen Beschwerden und Lebenseinschränkungen der Betroffenen. Neben den Schmerzen kann es auch zu Fieber und Mattigkeitsgefühlen mit extremen Gewichtsverlusten kommen. Eine adäquate Behandlung hat daher das Ziel, dass die Betroffenen ein weitgehend unbeschwertes Leben mit wenig Einschränkungen und dem Erhalt der Lebensqualität führen können.

Die Therapie sollte daher darin bestehen, dass beschwerdefreien Phasen zu verlängern und die Entzündungen mit Medikamenten gut in den Griff zubekommen sind. Sind medikamentöse Schritte vollständig ausgeschöpft, kann eine Operation Linderung der Symptome bringen. Operative Möglichkeiten müssen immer genau abgewogen werden und mit dem behandelnden Arzt genauestens besprochen werden.

 

Wodurch entsteht Morbus Crohn?

Eine eindeutige Ursachendiagnose für Morbus Crohn ist nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand noch nicht möglich. Die genauen Hintergründe werden weiterhin erforscht. Diskutiert wird aber vor allem eine Schwächung der Barrierefunktion des Darms. Mit der Nahrung gelangen Bakterien in den Darm, die für gesunde Menschen gesundheitlich unbedenklich sind. Bei MorbusCrohn-Patienten hingegen können bestimmte Darmkeime Entzündungsschübe hervorrufen und zu den zuvor erwähnten Symptomen führen. Demnach gilt die genetische Veranlagung nicht als alleiniger Krankheitsauslöser.

Den Gewichtsverlust, den Morbus Crohn in einigen Fällen verursacht, sehen Fachleute besonders problematisch. Im schlimmsten Fall kann dieser zu einer Mangelernäh den Betroffenen führen. Die sogenannte Astronautennahrung (hochkalorische Nahrung) kann in solchen Fällen Abhilfe schaffen und den Betroffenen mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen.

 

Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?

Im Zuge der Anamnese versuchen die behandelnden Ärtz:innen vorerst ein genaues Bild der Krankheitssymptome und der im direkten Zusammenhangstehenden Vorgeschichte zu rekonstruieren. Daraufhin folgen gezielte Untersuchungen, wie beispielsweise die Blutuntersuchung, die Untersuchung der Stuhlproben und bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Magnetresonanz-Tomographie (MRT). Eine Koloskopie (Darmspiegelung) ist auch eine sinnvolle Alternative zur Bestimmung des Zustandes des Darms sowie gleichzeitige Gewebeproben-Entnahmen. Die neueste Methode ist die Kapselendoskopie, bei der eine Kapsel verabreicht wird, die anschließend Video-Aufnahmen des gesamten Verdauungstraktes macht und so genaueste Diagnosen zulässt.

 

Welche Therapien werden derzeit angewendet?

Die Behandlung erfolgt meistens konservativ, das heißt, medikamentös. Hierbei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung die schädlichen Bakterien abzutöten. Neben entzündungshemmenden Arzneimitteln werden unter Umständen Antibiotika-Therapien verschrieben. Darüber hinaus helfen Antikörper-Therapien den Betroffenen das Immunsystem so zu steuern, dass die Bereitschaft des Körpers sinkt, Entzündungen auszubilden.

Nur in schweren Fällen muss eine Operation erfolgen. Dabei werden Engstellen im Darm beseitigt und Fisteln chirurgisch entfernt, die im schlimmsten Fall zu einem Loch in der Darmwand (Darmperforation) führen können.

CED im Forschungskontext

Die Forschung zu CED ist in vollem Gange, denn neuerdings wird auch die Darmflora der CED-Patient:innen genauer analysiert, weil man einen Zusammenhang zwischen krankmachenden Keimen und der Entzündungsbereitschaft bei Morbus Crohn vermutet. Auch das Darmmikrobiom, also die Gesamtheit aller natürlichen bakteriellen Erreger, wird dabei genauestens unter die Lupegenommen.

 

Alltagstipps

Menschen mit Morbus Crohn sollten sich im Alltag und bei der Ernährun entmutigen lassen. Entsprechend vieler Expert:innen sollten die Betroffenen grundsätzlich ihren persönlichen Geschmäckern bezüglich der Ernährung nachgehen. Dennoch gilt es hinsichtlich der Verträglichkeit verschiedenster Nahrungsmittel grundlegende Empfehlungen zu berücksichtigen. Fettreiche Nahrung mit vielen Ballaststoffen sowie große Portionen sollten bei Krankheitsschüben gemieden werden. Ansonsten empfiehlt sich eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Neben der Ernährung spielen aber andere Lebensweisen eine ebenso wichtige Rolle. In jedem Fall sollte der Alkoholkonsum eingeschränkt und nach Möglichkeit sogar komplett unterlassen werden. Ebenso empfiehlt sich der Verzicht des Rauchens. Rauchen gilt als einer der möglichen Auslöser bzw. Antreiber für die Entstehung von Morbus Crohn. Da Stress ein weiterer negativer Faktor für Morbus Crohn-Schübe ist, bieten sich diverse Entspannungstechniken und Bewegung an der frischen Luft zum Stressabbau an.

 

Diese Dinge solltest Du beachten!

 

o  Verzehre Lebensmittel mit Bedacht

o  Reduziere fettreiche Lebensmittel

o  Verzichte auf Alkohol und Rauchen

o  Integriere Entspannungstechniken in Deinen Alltag

o  Bewege Dich an der frischen Luft

 

Nur wer ein gutes Bauchgefühl hat, kann unabhängig leben und Zukunftspläne schmieden!