12.11.21

Stomaoperation – wie wirst Du vorbereitet?

Für Betroffene mit Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder einem Rektumkarzinom, ist in einigen Fällen ein künstlicher Darmausgang (Stoma) unausweichlich. Doch auch wenn dieser Eingriff häufig eine lebensrettende Maßnahme ist und vielen Betroffenen als einziger Ausweg bei einem schweren Krankheitsverlauf bleibt, ruft der Gedanke an eine Stomaanlage oftmals Unsicherheit, Angst und Ungewissheit hervor.

Was erwartet Dich als Operationsvorbereitung seitens der Klinik?

Vorerst schildern die zuständigen Ärzte in diversen Aufklärungsgesprächen die Notwendigkeit der Stomaanlage, den Ablauf und das Vorgehen der Operation, die Risiken und die Vorteile bzw. Lebensqualitätssteigerung durch die Stomaanlage und schließlich wird in detaillierter Form die notwendige Stomaart erläutert. Grundsätzlich wird hierbei zwischen Ileostoma (künstlicher Dünndarmausgang), Colostoma (künstlicher Dickdarmausgang) und Urostoma (künstliche Harnableitung) unterschieden. Dabei kann das Colostoma und das Ileostoma vorübergehend oder dauerhaft und endständig oder doppelläufig angelegt werden. Neben den Ärzten werden bereits im Vorfeld der Operation die Stomatherapeuten hinzugezogen, die insbesondere operationsvorbereitende Maßnahmen wie die Platzierungsmarkierung des Stomas an der Bauchdecke vornehmen. Dieser Vorgang bedarf äußerster Sorgfalt, da die Platzierung maßgebend für das zukünftige Wohlbefinden der Betroffenen mit der Stomaanlage ist. Zu den weiteren Operationsvorbereitungen seitens der Klinik gehören diverse Gespräche über den Umgang mit dem Stoma nach der Operation. Welche Ernährungshinweise müssen beachtet werden? Wie wird die Wunde versorgt? Was ändert sich im Alltag? Grundsätzlich versuchen die Ärzte und Stomatherapeuten die Betroffenen bestmöglich auf die Zeit nach der Stomaoperation vorzubereiten, sodass eine selbstständige Versorgung des Stomas möglich ist.

 

Vor der Operation kann die Zeit sehr belastend und emotional aufwühlend sein. Daher solltest Du Dich auf die Aufklärungsgespräche in der Klinik vorbereiten und Deine Fragen, Ängste und Unklarheiten vordefinieren, sodass Deine Anliegen in den Gesprächen nicht zu kurz kommen und Du gestärkt aus den Terminen gehen kannst.

Folgende Punkte sollen Dir dabei als Leitfaden dienen:

o  Was genau ist ein Stoma?

o   Benötige ich eine dauerhafte oder temporäre Anlage?

o   Wie groß wird der künstliche Darmausgang sein?

o   Wie wird der Stomabeutel angelegt bzw. gewechselt?

o   Ist dieser für andere Personen sichtbar?

o   Welche Produkte sind notwendig?

o   Wo kann ich die Produkte bestellen?

o   Welche Kosten kommen auf mich zu? Was übernimmt die Krankenkasse?

o   Wie ändert sich mein Alltag?

o   Kann ich meinen Beruf weiterhin ausführen?

o   Kann ich Sport betreiben?

o   Muss ich meine Ernährung umstellen?

o   Wer ist mein Ansprechpartner in Notfällen?

 

Ist die Operation schwierig und wie funktioniert sie?

Damit während und nach der Operation möglichst wenig Komplikationen auftreten, sollten spezialisierte Kliniken aufgesucht werden, die Routine bei solchen chirurgischen Eingriffen haben. Die optimale Platzierung des Stomas ist nur ein Teil der Vorbereitung auf die Operation. Der eigentliche chirurgische Eingriff wird nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Regeln immer individuell durchgeführt. Dabei ist die Fixierung des Stomas sehr wichtig und am schwierigsten durchzuführen. Diese sorgt dafür, dass sich der künstliche Darmausgang nicht in den Bauchraum zurückzieht. Erfahrung und Ruhe seitens des Operateurs sind wesentlich, da der künstlich geschaffene Ausgang für den Stuhlgang störanfällig sein kann. Bei dauerhaft oder länger angelegten Stomata entscheidet sich der Arzt meistens für eine Verstärkung der Austrittsstelle an der Bauchdecke, indem ein Netz hinter die Bauchmuskulatur eingebracht wird. Dieses verhindert dann in der Regel den möglichen Bauchdeckenbruch.

 

Was erwartet den Dich nach der Operation?

Nach der Operation sieht die Schleimhaut rund um das Stoma idealerweise rötlich wie ein „Kussmund“ aus. Der künstliche Darmausgang sollte nicht schmerzempfindlich sein und es sollten sich keine unangenehmen Gerüche bilden. Gerüche sollten ausschließlich beim Austreten des Stuhlgangs aus der künstlichen Öffnung entstehen.

Die Stomatherapeuten wählen im Anschluss der Operation schließlich das passende Versorgungssystem aus und erklären den Betroffenen den entsprechenden Umgang. Ebenso wird die außerklinische Nachsorge mit der Pflegekraft besprochen und in die Wege geleitet. Welche Produkte werden benötigt? Wo können diese bestellt werden? Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen? Ist eine Ernährungsumstellung notwendig?