Sport mit Stoma? Kein Problem, wenn Sie diese Regeln befolgen

Körperliche Aktivität ist für jeden Menschen wichtig, da sie positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Regelmäßige Bewegung hält uns fit, gesund und reduziert vor allem gesundheitliche Schäden. Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, alleine oder gemeinsam, mit oder ohne Stoma, jeder kann sich körperlich betätigen. Da Sport nicht nur für die Gesundheit, die körperliche Fitness und die Ausgeglichenheit förderlich ist, sondern auch für die Stomaversorgung selbst, ist Sport sogar für Stomaträger sehr zu empfehlen.  

Nach der Stomaoperation sollte man jedoch noch vorsichtig sein, denn es besteht die Gefahr eines Leistenbruchs bzw. einer Hernie. Unmittelbar nach der OP raten Ärzte vorerst von Sport und Bewegung ab. In den ersten sechs Wochen sollten nicht mehr als vier Kilo getragen werden. Hilfreich für das Heben schwerer Lasten oder Bauchmuskelaktivitäten in der Zukunft sind sogenannte Stomagürtel, die in einem Sanitätsfachhandel mittels Verordnungsschein erhältlich sind. Sobald die Narben jedoch abgeheilt sind, die Erholung von der Stomaoperation beendet und der Arzt einverstanden ist, steht der sportlichen Aktivität nichts mehr im Weg.

Obwohl die körperliche Leistungsfähigkeit durch ein Stoma nicht beeinträchtigt wird, gibt es trotzdem Sportarten, die nicht ausgeübt werden sollen, wie etwa Kampfsportarten, da es hier zu hartem Körperkontakt kommen kann und auf den Bauchraum Druck ausgeübt wird.  Außerdem sollte Gewichtheben vermieden werden, da es hierbei zu möglichen Komplikationen kommen kann. Die meisten Stomaträger können aber ihren gewohnten Hobbys weiterhin nachgehen, um sich fit zu halten. Ausdauersportarten wirken sich positiv auf das Wohlbefinden sowie auf das Herz-Kreislaufsystem aus und beeinträchtigen in keiner Weise das Stoma. Während der sportlichen Aktivitäten kann die gewohnte Stomaversorgung bedenkenlos getragen werden. Auch beim Schwitzen hält diese zuverlässig auf der Haut. Bruch- der Sportbandagen können zusätzlichen Halt auf der Haut und Schutz bieten.  

Besonders beim Schwimmen haben viele Stomaträger große Bedenken. Die Produkte sind aber so entwickelt, dass die Produkte auch bei Kontakt mit Wasser auf der Haut haften. Zusätze im Wasser, wie Chlor oder Salz, beeinträchtigen die Stomaversorgung nicht.  Viele Stomaträger bevorzugen beim Schwimmen einen Beutel in Standardgröße und wechseln oder leeren ihn vor dem Schwimmen. Es gibt jedoch auch kleine Stomabeutel, die noch unauffälliger sind. Beutel mit einem Auslass, der eingeklappt werden kann, bieten zusätzliche Diskretion. Wichtig ist, dass der vorhandene Aktivkohlefilter vor dem Kontakt mit Wasser abgeklebt wird, da dieser sich sonst mit Wasser vollsaugen oder verstopfen kann. Für maximale Diskretion kann eine Stomakappe während des Schwimmens angebracht werden. Die Materialien trocknen rasch, wodurch das Tragen angenehm bleibt. Bei der Wahl von Badebekleidung können dunklere Farben, Muster, hohe Bündchen oder Volants die Stomaversorgung kaschieren.