13.5.20

Michael Füchsle - Trotz Stoma aktiver Kletterer

Michael Füchsle und die Leidenschaft für das Klettern

Michael Füchsle kommt aus Bobingen in der Nähe von Augsburg, ist 53 Jahre alt, und als kleiner Junge schon begeisterter Kletterer gewesen. Er wurde Profikletterer und unter anderem Buchautor für Kletterführer, obwohl er vor seit 1985 an einer chronischen Darmentzündung litt, die ihn in seiner Leidenschaft zum Klettern häufig ausbremste. Im September 2005 aber änderte sich sein Leben plötzlich schlagartig, denn in einer Nacht bekam er unerträgliche Unterleibsschmerzen und musste das Krankenhaus aufsuchen. Der damals 38-Jährige musste sich einer Notoperation unterziehen und lag anschließend 16 Tage im Koma. Die Diagnose war damals künstlicher Darmausgang und eine massive Blutvergiftung. Als er aus dem Koma aufwachte, hatte er einen künstlichen Dünndarmausgang und war vom Hals ab gelähmt. Zudem verließ ihn auch noch seine damalige Verlobte. Die Ärzte sagten ihm, dass er wohl Zeit seines Lebens mit einem Enterostoma im Rollstuhl leben wird.

Mit Ehrgeiz, Motivation und harter Arbeit zurück zum Klettern

Doch das nahm Michael Füchsle als Kämpfer nicht hin und begann mit extremem Krafttraining und Krankengymnastik. So schaffte er es schließlich mit harter Arbeit, trotz einer Vielzahl von Rückschlägen,  aus dem Rollstuhl herauszukommen. Er hat sich ins Leben zurückgekämpft und bestreitet trotz seines fortgeschrittenen Alters Wettkämpfe im Paraclimbing, eine Sportart für Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Athleten werden je nach Art und Ausprägung des Handicaps in verschiedene Kategorien einteilt, um die Vergleichbarkeit der sportlichen Leistungen zu gewährleisten. Füchsle leidet auch heute noch unter Taubheit und Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, ausgelöst durch die Blutvergiftung. Auch wird er ein Leben lang Träger eines künstlichen Darmausgangs (Ileostoma) bleiben. Der Dünndarm arbeitet permanent, sodass Michael Füchsle den Stomabeutel spätestens jede Stunde entleeren muss. Doch getrieben von seinem unglaublichen Ehrgeiz und seiner Leidenschaft für den Klettersport denkt MIchael Füchsle gar nicht ans aufhören. Wenn er klettert, trägt er immer eine Bandage mit Plastikschutz über dem künstlichen Darmausgang, damit der Klettergurt, der genau über das Stoma läuft, keine Schäden am Stomabeutel hervorruft. Auch stark überhängende Felsen vermeidet der Felskletterer, weil er übermäßiges Strecken wegen der Gefahr des Herausdrückens des Stomas unbedingt vermeiden muss, ansonsten käme es zu einer sofortigen zweiten Notoperation. Auf Expeditionen und sogenannte Mehrseillängen-Routen mit Seillängen von 40 bis 60 Meter muss er verzichten.