15.9.21

Darmperforation – eine lebensbedrohliche Situation

Eine Darmperforation, oder auch Darmdurchbruch genannt, ist ein besonders schweres Krankheitsbild mit einer lebensbedrohenden Situation.

Wie kommt es zu einer Darmperforation?

Morbus Crohn-Patienten leiden viele Jahre oft unbemerkt unter Entzündungsreaktionen des Darms, die zu Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und Durchfällen führen. In der Regel bemerkt der Betroffene erst später, dass irgendetwas nicht stimmt. Dringt Darminhalt in die Bauchhöhle des Betroffenen ein, weil ein lokaler Riss oder ein Loch in der Darmwand entstanden ist, kommt es zu Symptomen wie Fieber und Schmerzen, die bis zum Schockzustand führen können. Eine Darmlähmung mit Erbrechen und erhöhten Entzündungswerten lösen dann bei Patienten mit Morbus Crohn eine intensivmedizinische Behandlung über zehn Tage aus, da unter anderem eine Sepsis (Blutvergiftung) nicht ausgeschlossen werden kann. Eine anschließende Operation zum Verschluss der perforierten Darmwand ist unausweichlich.

 

Wodurch werden die starken Schmerzen ausgelöst?

Der Kot im Darm enthält eine Vielzahl von Keimen, die bei einem sogenannten „freien Darmdurchbruch“ zu einer schweren Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) führen können. Plötzlich austretender Stuhl oder Speisebrei löst deshalb sehr starke Schmerzen bei Betroffenen aus. Anders ist es beim sogenannten „gedeckten Darmdurchbruch“, bei dem, eng anliegende benachbarte Organe, an der Bruchstelle des Darms ein Auslaufen des Darminhalts verhindern. Es ist die weitaus ungefährlichere Variante der Darmperforation.

 

Komplikationen im Zusammenhang mit Morbus Crohn

Eine Darmperforation kann eine Komplikation einer Morbus Crohn-Erkrankung sein. Bei betroffenen Patienten ist allerdings eine Darmlähmung mit Ausbildung eines „toxischen Megakolons“ extrem selten. Durch Entzündungen in der Darmwand ist der Darm so stark geschwächt, dass es zu einer Darmlähmung kommt. Der Darminhalt wird in dessen Folge nicht mehr in Richtung Enddarm geschoben und der Darm dehnt sich an dieser Stelle massiv aus, sodass ein „toxisches Megakolon“ mit schweren Symptomen wie Herzrasen, hohem Fieber, Schüttelfrost usw. entstehen kann. Morbus Crohn kann aber auch zu einer Entzündung des Wurmfortsatzes (Blinddarmentzündung) führen. Auch dies kann im schlimmsten Fall eine Perforation des Darms zur Folge haben.

 

Behandlung der Darmperforation

Eine schnelle und unmittelbare Behandlung in der Klinik ist unabdingbar und ggf. lebensnotwendig. Durch eine Operation wird die offene Stelle im Darm verschlossen und eine ergänzende Antibiotikatherapie ist aufgrund des zuvor ausgelaufenen Darminhalts in den Bauchraum notwendig. Ist der Darm nach der Operation nicht belastbar, weil er besonders stark entzündet war, kann ein Stoma, ein künstlicher Darmausgang, für eine zeitweilige Entlastung sorgen. Das Stoma kann dann nach drei bis zwölf Monaten wieder chirurgisch zurückverlegt werden.

 

Eine schnelle und unmittelbare Behandlung kann im Falle einer Darmperforation Leben retten!